Unser 'wasm8eigentlich-Kandidat' für den Mai 2004
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Bernd! 
Ein ehemaliger Stammesleiter im Gespräch:
Hallo Bernd! Küchenchef für vier Tage auf dem Pfingstlager mit 160 Teilnehmern - wie fühlst Du Dich?
... müde ... ;-))
Würdest Du noch einmal diese Aufgabe übernehmen?
Jederzeit, ist doch auch 'ne schöne Sache, wenn alles klappt.
Du bist nun schon sehr lange aktiv - kann man das überhaupt noch in Jahre fassen? - und Du hast ja nun auch schon einiges zu Deiner Pfadfindervergangenheit in Deinem Bericht erwähnt. Was war denn für Dich im Rückblick die interessanteste Phase?
Tja, 1973 bin ich bei den Pfadfindern eingetreten, kurz nach Werner D. Wir waren damals zusammen in einer Klasse. Jochen L. war auch noch mit dabei. Die Anfangszeit beim Stamm "Daniel von Büren" war dann schon sehr prägend. Es war damals auch viel im Umbruch, der VCP gründete sich, es gab Verhandlungen, Empfindlichkeiten, Streitereien über Dinge, die von Außenstehenden sicher nicht immer nachvollzogen werden konnten. Das war eine sehr ideologisch geprägte Zeit, da hat dann auch schon eine kleine Fliege auf der Kluft gestört. Man sagte damals auch treffend, die bündische Jugend vermehre sich durch Spaltung ...
Und was war damals entscheidend für die Mitgliedschaft im neu gegründeten VCP?
Das war ein großer Bund, der auch internationale Anerkennung hatte. Es gab dann einige auf Bremer Ebene, die noch eine Doppelmitgliedschaft hatten: Die CP-Lilie auf der linken Brusttasche und auf dem linken Oberarm das VCP-Webzeichen ... Die CP-Tradition wurde dann aber mit der Ständearbeit im VCP-Bremen weitergeführt. Der eigene Stil war im Stamm schon möglich. In der Bestzeit hatte der VCP-Bremen damals übrigens mit St. Petri und Bremerhaven über 300 Mitglieder.
Du hast dann später den VCP verlassen und bist zur CPD gewechselt. Warum?
Ich hatte wegen meiner beruflichen Tätigkeit eine Auszeit genommen. Als ich dann Ende der 80er Jahre nach sechs Jahren Pause wieder an der Stammesarbeit teilnahm, war ein Bruch spürbar. Es war eine andere Generation, die mit Traditionen nichts am Hut hatte. Es gab dann die Funkergruppe, aber ich war lieber draußen unterwegs. Habe dann versucht, diese Entwicklung massiv zu beeinflussen, was vielleicht ein Fehler war. Der Kontakt zur CPD war da ja schon vorhanden, der Wechsel eigentlich nur eine logische Konsequenz. Die geistige Heimat war ja spürbar, die bündische Tradition habe ich dort richtig aufgesaugt.
Du bist ja nun in der CPD aktiv, gibt es aus Deiner Sicht Schwachpunkte im Konzept dieses Bundes?
Es wird auch schon zuviel von der Bundesleitung vorgegeben. Es besteht so eine Tendenz zum Labern, und das ist ja der Tod einer jeden Gesellschaft, wenn kaum noch jemand etwas tut und die Gemeinschaft sich zu einer Labergesellschaft entwickelt.
Habe so den Eindruck, dass Du nicht unbedingt konfliktscheu bist. Du bist ja nun auch noch bei den Wandervögeln aktiv ...
Genau. Ich lebe die bündische Lebensform, Stillstand ist für mich Rückschritt. Vielleicht trete ich noch einem neuen Verein bei. Die Suche nach der blauen Blume ist für mich noch nicht abgeschlossen. Wenn ich sie dann gefunden habe, ist es zu ende. Das wird hoffentlich nicht passieren.
(... blaue Blume??????) Du hast ja bisher an unserem Jurtenschnack noch nicht teilgenommen, sagtest aber, dass Du gerne beim nächsten Mal dabei sein würdest ...
Ich besuche Euch auch, ganz bestimmt! Bin gerne dabei, wenn die ganzen "alten Säcke" zusammentreffen.
Vermutlich wird das Treffen auf ein Wochenende ausgeweitet. Hättest Du vielleicht auch Interesse, die "Gemütliche-Samstag-Abend-Gestaltung" zu übernehmen?
Das wäre möglich ...
Na klasse! Nur die Tschai-Zubereitung, die geben wir nicht aus der Hand, denn das wäre dann doch zu riskant ...
Bernd, ich danke Dir für das Gespräch!
Hat mich gefreut!
Das aus dem Gedächtnis aufgezeichnete Gespräch mit Bernd B. führte Oliver M. in einer der wenigen ruhigen Minuten auf dem Pfingstlager der CPD am 30.05.2004 in Löhnhorst bei Schwanewede.