"Die Übergelaufenen" des VCP-Bremen

Da ist z. B. der Christian! Er ist unter dem Namen "Loretta" schon ziemlich früh in unserem Gästebuch zu finden. Bislang war es nicht ganz einfach, ihn auf alten Fotos überhaupt auszumachen. Wir danken ihm daher ausdrücklich für seine Kooperationsbereitschaft und laden natürlich auch ihn zum nächsten "Jurtenschnack" ein.

Christian M., hier links im Bild auf dem Sippenführer-Kurs in Rockenbach 1993 beim VCP-Frankenjura.

UND HIER IST SEIN BERICHT: 

Nun ja, da hier schon über mich geschrieben wird, gebe ich da natürlich auch mal meinen Senf dazu.
 
Wie ihr nun schon wisst, war ich früher bei der Siedlung St.Petri und dort in der Sippe von Kai K.. In diese bin ich jedoch erst später reingekommen, vorher war ich in 3 anderen Sippen. Angefangen habe ich 1988, da wurde eine Sippe von Oliver B.(ich glaube so hieß er, bin mir aber nicht sicher) aufgemacht, die nicht richtig anlief. Dann kam ich in die Sippe von Torsten N., da passte ich aber nicht so recht rein, weil ich 3-4 Jahre jünger war als der Durchschnitt. Dann wurde wieder eine neue Sippe aufgemacht, von Waldi und noch jemanden. Die Sippe konnte sich aber auch nicht lange halten. So bin ich dann letztlich in Kai's Sippe gelandet. Da habe ich dann auch Lunte (Janthe S.) kennengelernt, als Mitsippling sozusagen. Anfang 1993 habe ich durch schnittlauch (Bernd B.) mit Lunte, Knut M. (einem anderen Mitsippling), Bonum, (Sabine M.) und Sabine O. (Bonifatius) einen Sippenführerkurs in Franken besucht. Ich war sogar einmal Landesversammlungs-Deligierter (oder war es Landesrat??) für den Gau (da hieß der VCP im Lande Bremen noch "Gau Bremen").
 
Zu meinen Anfangszeiten war St. Petri noch recht groß, es gab einige Unternehmungen und eine große Älterenschaft. Durch ein paar gemeinsame Aktionen (z.B. einem Kletterkurs in der Rhönoder, obiger Sippenführerkurs) konnte ich eine enge Verbindung zu schnittlauch knüpfen. Er war sehr prägend für mich, was traditionelles Pfadfindertum und bündisches Brauchtum angeht. Doch genau dieses wurde mit den Jahren leider immer weniger im VCP-Bremen geboten. Auf Landesebene ja sowieso nicht, im Gau konzentrierte sich alles immer mehr auf die Funkerei (meine letztes VCP-Pfingstlager bestand nur noch aus dem Zuschauen, wie D.v.B. funkt...). St. Petri lief nicht mehr rund und wir hatten durch unsere (im Vergleich zum VCP-Bremen) scheinbar anders gelagerten Interessen Kontakt zur CP-Bremen aufgenommen. Dort fanden wir unsere Ideale und die Vorstellungen von christlichem und bündischem Pfadfindertum eher verwirklicht, als im VCP-Bremen. Neben der Funkerei war die einzige Beschäftigung, sich zu irgendwelchen Trinkgelagen zu treffen - ich erinnere mich da an das Treffen in Bremerhaven inklusive Diskobesuch, beim Hajk zum Pfingsltager wurde abends wiederum eine Disko aufgesucht und bei der Landesversammlung gab es dann auch noch eine ordentliche Kohlfahrt (mit sehr viel Schnaps und Bier). Daher sind dann Lunte, Schnittlauch und ich zu dem Stamm "Götz von Berlichingen" in die CPB gewechselt. (Kurz darauf ist St. Petri auch eingegangen, weil Bonum die Siedlung nicht mehr am Leben halten konnte). Es hat nicht lange gedauert, dass wir drei mit noch zwei anderen Pfadfindern aus der CP-Bremen einen eigenen Neuanfang im Viertel aufgemacht haben. Dieser Stamm existiert im Februar 2004 genau 10 Jahre.
Damals ist vieles nicht so ganz glücklich im VCP-Bremen abgelaufen. Bernd war Vorsitzender und hat sich alleine auf weiter Flur gefühlt. Der Stamm D.v.B. war nur mit seiner Funkergilde beschäftigt und von den anderen beiden Gruppierungen (St. Petri und Bonifatius) kam ebenfalls keine Mitarbeit. Na ja, und weil wir eben die CPB als besseren Bund für uns persönlich hielten, haben wir gewechselt und wir bereuen diese Entscheidung auch nicht, denn im VCP-Bremen wären wir sicherlich irgendwann auch eingegangen (so wie St. Petri). Auch wenn Burghard L. noch durch Telefonate versucht hat, Janthe und mich umzustimmen, ist es ihm nicht gelungen; die Geschicke des "Bezirks Bremen" lagen ab da wieder in seinen Händen. Was seit dem passiert ist, lässt sich aus unserer Sicht so zusammenfassen: Mark ist Vorsitzender und der "Gau Bremen" im VCP wurde als "Bezirk" angepasst. Da haben wir in der CPB einiges mehr erreichen können: wir haben unseren eigenen Stamm aufgebaut, der sich in eine gute Gaugemeinschaft einfügt, welche (wie unser Stamm) auch weiter wächst und gedeiht. Die CP-Bremen trat der größeren Christlichen Pfadfinderschafft Deutschlands (CPD) wieder bei, Schnittlauch wurde Gauführer im "neuen alten" Gau-Bremen der CP, später wurde er Landesmarkführer. Ich wurde stellvertretender Gauführer, und habe in dieser Funktion für die Wiedervereinigung der beiden CP-Bünde CPD und CP 21 gestimmt. Neben diesen Ämtern konzentrierten wir uns natürlich in der Hauptsache auf unseren Neuanfang. 1995 (in dem Jahr wurde unser Neuanfang zur Siedlung) kam ein Jungpfadfinder zu uns, den Janthe im VCP schon in ihrer Sippe hatte, Karsten E.. Er war die letzten drei Jahre Stammesführer bei uns Edelweißpiraten, nun ist er stellvertretender Stammesführer. Es gab noch einen ehemaligen VCP-Jungpfadfinder, aber der hat nach kurzer Zeit aufgehört, weil er nicht so richtig zur Gruppe passte.
Mit unserer gemeinsamen Sippe nahmen Schnittlauch und ich nicht nur am großen Bündelager der Christlichen Pfadfinderschaften (1996) teil, sondern erlebten auch eigene Abenteuer, wie z.B. die Großfahrt nach England, einige Sippenfahrten im näheren und auch ferneren Umkreis (da denke ich an den Harz mit den Schutzhütten). Nach 7 Jahren hatten wir es geschafft, unsere Siedlung wurde 2001 als Stamm bestätigt. Im Moment befindet sich unser Stamm in einem kleinen Umbruch, der sehr viel Neues und Gutes verheißt. Wir schauen hoffnungsvoll in die Zukunft...

Gut Pfad und Gottes Segen,
loretta

12.12.2003

Loretta (links) mit Bernd auf Pfingstlager 1996 

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