Unser 'wasm8eigentlich-Kandidat' für den Dezember 2004
______________________________________________________________________________
Jeff! (CPD)

-----Original Message-----
Date: Thu, 23 Dec 2004 13:52:16 +0100
Subject: Terminwunsch
From: "Oliver Meier" <info@wohnwagen-meier.de>
To: <jeffhorstmann@t-online.de>
Moin Jeff!
Ich möchte zum Jahresabschluß ein Interview für 'wasm8' mit Dir führen, ob
Du willst oder nicht! Drei Termine gebe ich Dir zur Auswahl. Du siehst
vermutlich ein: Es gibt kein Entrinnen!
hi olli,
so so, ich soll ein "wasm8"-kandidat werden? das ist doch eigentlich
(alten) VCPern vorbehalten, oder? so hatte ich es bisher zumindest verstanden!
;-) egal, grundsätzlich habe ich da nichts gegen, aber leider kann ich dir
keinen der drei aufgeführten termine zusagen. ich weiß, ich weiß, so etwas
ist blöde. ich finds selber auch blöde, aber wir werden schon irgendwann einen
termin finden ...oder wir machen das Interview per e-mail!
... per e-mail, so so, ich soll Dich per e-mail interviewen ... Na denn, Jeff, etwas steril, aber da morgen Weihnachten ist, komme ich Dir da mal entgegen.
Das
Jahr ist ja nun fast um und Du hast Dich rückblickend wieder sehr
zeitaufwändig für die Christliche Pfadfinderarbeit engagiert. Woher ziehst
Du eigentlich diese starke Motivation?
Wenn
ich das Jahr Revue passieren lasse, muss ich feststellen,
dass ich verhältnismäßig wenig Arbeit in „meinem“ Bund geleistet habe.
O.k., da war die spontane Unterlagerleitung auf unserem diesjährigen
Bundeslager bei Celle, die Kreuzpfadfinderrüste im Spät-Herbst, die Gründung
einer neuen Sippe in Obervieland, diverse Fahrten im Innen- und Ausland, doch
der Schwerpunkt meiner diesjährigen Arbeit lag eher im überbündischen, bzw.
außer-CPD-ischen (Koordination des überbündischen
Postenlaufs, zwei
Uni-Seminare zum Thema „Jugendbewegung und Reformpädagogik“, eine
Pfadfinder-Schul-AG....) ...die Fülle klingt zwar recht arrogant, doch es war
ohne Frage ein sehr intensives Pfadfinderjahr und wenn ich bedenke, dass mein
Vorsatz war, ruhiger zu werden, habe ich auf voller Linie versagt, was ich mit
gemischten Gefühlen beurteile... – Woher ich meine Motivation für dieses
Pensum ziehe, ist mir manchmal auch ein Rätsel. Zum einen ist es der Drang,
Fahrten und Feuer zu erleben und dafür muss ich gewisse Rahmenbedingungen am
Leben erhalten, bzw. schaffen. Darüber hinaus treibt mich der Wille, jungen
Menschen ebenso diese Erlebniswelt zu eröffnen. Vielleicht ist es aber auch
einfach die Unfähigkeit, in der bürgerlichen Welt zu bestehen...
Das Bundeslager der CPD in Celle war für viele, vermutlich auch für Dich,
das eindruckvollste Pfadfindererlebnis des Jahres. Was bleibt davon in
Erinnerung, ein halbes Jahr danach?
Überraschend viel! Nach dem 2000er
Bundeslager wollte ich nach einem halben Jahr gerne alles vergessen haben, aber
nach diesem Bundeslager erfreue ich mich an jedem kleinen Eindruck. Sei es das
Treiben im bunt-gemischten Unterlager, die tolle Gemeinschaft, der gesamte Geist
oder das erstaunlich geschlossene Erscheinungsbild. – Es hat mir noch einmal
verdeutlicht, dass die CPD ein großartiger Jugendbund ist, mit einem enormen
Erlebnisgehalt und einem intensiven Streben nach einer „Bund“es-Gemeinschaft...
Die CPD mit ihren bundesweit ca. 4000 Mitgliedern hat nicht zuletzt durch
das Bundeslager einen starken Zusammenhalt entwickelt. Welche
Zukunfts-Perspektiven hat der Bund aus Deiner Sicht?
Komplexe Frage!!
Der Bund in seiner jetzigen Zusammensetzung ist ja erst acht Jahre zusammen;
acht Jahre, die im Großen und Ganzen harmonisch verliefen. Betrachtet man unsere
wechselvolle Geschichte mit den Abspaltungen und Zusammenschlüssen (CPB vs. CPD
vs. CP21) ist das nicht zwingend selbstverständlich. „Ein Bund – ein
Geist!“ wurde 1996 propagiert und erfolgreich daran gearbeitet, doch gibt es
einige Bereiche, die noch arg kränkeln. Je älter ich werde, desto
schmerzlicher vermisse ich eine „Älterenarbeit“ im Bund. Es ist ein zähes
Feld, Neuland, ich habe manchmal das Gefühl, dass jede Aktivität wie ein
Tropfen auf dem heißen Stein verdampft... Die CPD versteht sich ja als
Lebensbund, doch gibt es zwischen den Generationen kaum eine Vernetzung. Noch
weigere ich mich, in einer eigenständigen Älterenrunde unterzugehen. Doch die
Realität wird mich einholen...
Auf CPD-Landesebene, Ihr nennt es Landesmark,
stehen aufgrund der starken
Gruppenzuwächse der letzten Jahre für den Bremer Bezirk, Ihr nennt es Gau,
größere Veränderungen an. Welche Vorteile, bzw. welche Gefahren birgt Deiner
Ansicht nach dieser Entwicklungsprozeß?
Oh, oh, die bisherigen Antworten waren ja
schon lang J,
hier könnte ich jetzt ein Buch zu schreiben!! Kurz würde ich ‚derzeit’
antworten, dass ich grundsätzlich das Wort „Veränderung“ anders definiere,
als was uns Anfang nächsten Jahres an möglichen Strukturveränderungen wohl
erwartet. –
Es ist wichtig, dass wir wieder mehr Verbindlichkeiten schaffen und einfordern können. Die Christliche Pfadfinderei ist nun mal kein Bereich, wo man ausschließlich konsumieren kann. Jeder, der Teil dieser Gemeinschaft sein will, muss auch willig sein, sich für diese zu engagieren. Wenn das ganze Zeit, Mühen und Entbehrungen kostet, dann ist das halt so! Wir müssen sehen, dass wir uns alle selber fordern, um daran zu wachsen! Wir brauchen Ziele, Visionen und den inneren Drang, diese gemeinsam anzugehen. Klingt alles ein bissel abgehoben, doch steckt da ein einfacher Ansatz hinter: Man darf sich mit dem jeweiligen Status Quo niemals zufrieden geben, sondern muss ständig bestrebt sein, den Zustand zu verbessern!! Stillstand ist der Tod!! ...eine Maxime, die mich persönlich stets vorangetrieben hat!
Die Gefahr liegt eindeutig darin, dass wir viele überfordern, da sie dieses Pensum nicht gewohnt sind, doch würde ich auch selber gleich dagegenhalten, dass viele gar nicht erahnen, was noch für Potential in ihnen steckt!
Bei all den
angedachten Veränderungen dürfen wir niemals die Basis vernachlässigen. Wir
haben in unseren Reihen einige kränkelnde Stämme, die es aufzupäppeln gilt.
Es kann niemals einen gesunden Gau geben, wenn die einzelnen Stämme unter
Existenznot leiden. Jeder Stamm muss eine ordentliche Ständestruktur und eine
Mitgliederzahl von 40-50 Personen haben. Dann kann man mal kurzzeitig zufrieden
nicken ...und weiter nach vorne marschieren!
Für mich bist Du so ein wenig der Heiner Geißler
der CPD, ein Vordenker,
aber auch ein zum Teil unbequemer Querdenker, der seinen Standpunkt deutlich
beschreibt und damit Diskussionen provoziert. Teilst Du diese Wahrnehmung?
Hhm, mit dem Heiner Geißler habe ich mich noch nicht
intensiver auseinandergesetzt, deshalb kann ich zu diesem Vergleich nicht viel
sagen. Ein gewisses Querdenkertum und ständiges Anecken kann ich leider nicht
abstreiten. Ich habe mich häufig gefragt, weshalb meine CP-Sozialisation nicht
konform mit den anderen gelaufen ist. Ich denke, es liegt an meiner
CP-Biographie: Der Stamm Schwanenritter war in der alten CP Bremen immer ein
bissel außen vor und man musste seine Interessen etwas vehementer vertreten; außerdem
habe ich als junger Stammesführer schnell merken müssen, dass ich meine Ideen
und Vorstellungen im Auge behalten muss, um vor Ort voranzukommen. – Trotz
meines manchmal deutlichen Standpunktes sind mir aber immer die anderen
Meinungen und Vorstellungen extrem wichtig, die ich stets in mein Bild mit einfüge.
Mein Standpunkt kann immer nur „eine“ Möglichkeit sein, was niemals
ausschließt, dass viele andere ebenso richtig sind oder zum Ziel führen...
Was für Verletzungen, was für Erfolge
verbindest Du mit dieser
Grundeinstellung?
Da ich andere
immer so nehme, wie sie sind, hoffe ich immer ganz naiv, dass mich die Leute
ebenso nehmen, wie ich bin!! – Als Erfolg werte ich für mich, dass ich trotz
meines christlich-bündischen Hardliner-Daseins offen für andere Richtungen
und Arbeitsweisen bin und mir der Blick über den eigenen Tellerrand sogar sehr
wichtig ist. Es hilft, die eigene Position stets zu reflektieren!! Es gelingt mir
häufig, bei bunten, größeren Gruppen erst mal das Gemeinsame herauszufiltern
und eine gemeinsame Grundlage zu schaffen... Welche Verletzungen ich mit dieser
Grundeinstellung verbinde, kann ich gar nicht sagen. Ich hoffe nur, dass ich mit
„meiner“ Grundeinstellung niemand anderes verletze!!!
Beschreibe doch bitte einmal die grundsätzlichen
Unterschiede zwischen CPD
und VCP.
Oh, oh, jetzt wird es heikel! Da muss ich nun doch ein
wenig meine alten Vorurteile herausholen: Nun, die CPD ist Vielfalt in Einheit
– der VCP ist Vielfalt in Beliebigkeit! In der CPD spielt der ‚Bund’ als
Gemeinschaftsform eine ganz zentrale Rolle, im VCP ist dieses nicht mehr zu
realisieren. Das „C“ ist bei uns ein wichtiger Haupt-Aspekt, der Glaube und
das Bekenntnis zum Herrn ist ‚das’ bündigende Element - besonders in der Älterenschaft;
der VCP ist mir in seiner christlichen Ausrichtung ein bissel zu offen geraten.
– Die CPD arbeitet rein ehrenamtlich, der VCP hat hauptamtliche Funktionäre...
Was verbindet aus Deiner Sicht diese
Gruppierungen?
Es ist natürlich zum einen die grundsätzliche Pfadfinderidee. Der VCP und die CPD wollen mit ihrer Arbeit weitestgehend eine Alternative im Freizeitangebot für die Jugendlichen bieten. Lagerleben, Fahrtenerleben, Gemeinschaftsgefühl, Verbindlichkeiten, das Erlernen von handwerklichen und sozialen Kompetenzen, unmittelbares Naturerleben – die Pfadfinderei ist ein ganzheitlicher Ansatz, der an jeden ganz individuell angepasst werden kann. Eine großartige Idee, die Baden-Powell uns da hinterlassen hat.
Uns verbindet
zusätzlich noch das „CP“ im Namen, wobei die Arbeitsweisen und das
Selbstverständnis sich seit der Gründung des VCP in den letzten 30 Jahren doch
arg verselbständigt haben, so dass man im Großen und Ganzen kaum handfeste
Gemeinsamkeiten findet. Sicher, regional kann es vorkommen, dass die
Arbeitsweisen an der Basis sich nicht großartig unterscheiden, doch verfolgt
man den weiteren Überbau, dann erkennt man wieder gravierende Unterschiede.
Ich weiß, dass Du Schwierigkeiten damit hast, dass sich die CP-Landschaft
aufgesplittet hat und Du würdest es gerne rückgängig machen, wenn es ginge,
doch ich sehe dort weder eine Chance des gemeinsamen Weges noch die
Notwendigkeit. Und das meine ich nicht
irgendwie negativ, sondern bin der Meinung, dass jeder Bund, bzw. Verband seine
Berechtigung hat!!
Auf Bremer Ebene bist Du der Meinung, dass der
VCP sich gut in die Arbeit
der CPD einfügen lassen könnte. Gilt dies auch umgekehrt?
Der VCP selber lässt sich nicht unbedingt in die Arbeit
der CPD einfügen, sondern nur die neuen Sippen hätten durchaus in den Bremer
CPD-Gau gepasst. Ein bissel anders ausgedrückt, hätte (hat?) der Gau den neuen
VCP-Gruppen den notwendigen Rückhalt geben können, den sie am Anfang nicht
bekommen haben. Die Situation hat sich geändert, der VCP Bremen ist auf einem
guten Weg! – Auf deine Frage würde ich insgesamt mit „Nein!“ antworten,
schon alleine aus der ‚arroganten’ Sicht, dass es derzeit keine
Notwendigkeit hierfür gibt!
Gibt es in Bremen grundsätzliche Unterschiede
in der Ausrichtung der Arbeit
und wie sehen diese konkret aus?
Nein, die Arbeitsweisen sind recht ähnlich, was einen
gemeinsamen Austausch erleichtert und dieser Austausch für beide Seiten auch
stets gewinnbringend ist, oder??
Seit wann beobachtest Du Die Bremer VCP-Szene
bewußt?
Im Grunde seit dem Übertritt von den ehemaligen St.Petri-Leuten, die bei uns im damaligen CPB-Bund den Neuanfang Friedenskirche
gegründet haben. – Schon frühzeitig hat mich die gesamt-bündische
Landschaft und ihre Historie in unserer Hansestadt und im Umland
interessiert!
Gib doch mal eine kurzen Überblick über diese
beobachtete Entwicklung.
Die Frage ist recht schnell zu beantworten: Es gab nichts
zu beobachten!! Zum Friedenslicht sah man paar VCPer ...zumeist aus Bremerhaven.
Die neuste Entwicklung mit Deiner Gruppe in Farge
habe ich dann recht früh
wieder verfolgt.
Wenn Du den VCP-Bremen aktuell leiten würdest,
was würdest Du anders
machen?
Ich würde die Entscheidungskompetenzen über den
einzuschlagenden Weg den Aktiven übergeben; ich würde mich um die Generation
14-16-jährige kümmern, in der Hoffnung, den einen oder anderen für eine
Sippenführung zu gewinnen, damit sich möglichst in 2-3 Jahren einige Neuanfänge
bilden, damit man als VCP Bremen auch wieder eine Struktur hat. – Ansonsten würde
ich möglicherweise nicht viel anders machen, denn all dass, was besonders im
letzten halben Jahr bei euch angestoßen wurde, ist sehr vielversprechend!
Weiter so!!
Gibt es denn gar nichts zu kritisieren? ( hab'
einfach mal die vorherige
Antwort vorweg genommen *grins*)
Nein, zumal es mir nicht zusteht! – Ich kann wohl
Anregungen, auch Diskussionsanregungen liefern, ich kann wohl Einzelheiten
kritisch betrachten, aber kritisieren kann ich nur etwas, wo ich selber in der
Lage oder willig bin, eine bessere Alternative zu bieten. Das kann ich im VCP
nicht...
Wie sehen Deine pfadfinderischen Ambitionen für
die nächsten Jahre aus?
Gute Frage! Wie Du in den letzten Wochen selber gemerkt
hast, befinde ich mich gerade in der ‚Mauser’. Ich überdenke meine Prioritätenliste,
da es einige nicht-pfadfinderische Dinge gibt, die ich mehr als in der
Vergangenheit beachten muss (Studium in erster Linie!); ich schließe einige
Kreise und versuche, jeweils meiner Umwelt ein abgeschlossenes Ende von Projekten
oder Kreisen o.ä. zu bieten. Die Abgabe meines letzten Stammesamtes bei den
Schwanenritter war für mich innerlich ein emotionaler Akt, die Reduzierung
meiner überbündischen Aktivitäten passte eh in die jeweiligen Entwicklungen
(der Postenlauf war vorbei und reflektiert, die Roverrunde Annegret wurde an die
nächste Generation übergeben!). – Was für mich im nächsten Jahr auf jeden
Fall im Mittelpunkt stehen wird, ist meine Sippe Kranich in Obervieland. Ich möchte
mit ihnen in möglichst kurzer Zeit seeehr viel erleben und möglichst eine
Struktur schaffen, die über meine Tage hinaus Bestand hat.
Außerdem will ich mich weiterhin intensiver mit der deutschen
Jugendbewegung und der ‚Pfadfinderpädagogik’ inhaltlich auseinandersetzen,
u.a. mit einem weiteren Uni-Kurs im
Sommer-Semester. Quartalweise muss mindestens eine mehrtägige Fahrt her;
hoffentlich lässt es mein Zeitbudget zu...
Spürst Du in Dir ein Lebenspfadfindertum?
Ja, die Pfadfinderei hat mein Leben nachhaltig geprägt
...was nicht unbedingt vom Vorteil ist, um in dieser Welt vorwärts zu kommen. Die
christlich-bündische Arbeit hat mich meinem Glauben nähergebracht und mich
gefestigt. Bescheidenheit, Konzentration auf das Wesentliche, aus wenig das
Maximale herauszuholen, auf Details zu achten, dem Nächsten zum Dienste zu sein, die
Verbundenheit mit den Pfadfindern weltweit, aber auch mit den Jugendbewegten
hierzulande,... ich denke mal, dass ich viele Werte verinnerlicht habe. Da komme
ich nicht mehr heraus J...
Ich hoffe, dass sich ganz bald Situationen ergeben, wo ich mein
Lebenspfadfindertum auch ausleben kann, sprich, dass sich vermehrt Möglichkeiten
ergeben, außerhalb der Pfadfinderei unsere Werte und Normen zu vertreten...
Gibt es Vorbilder, an denen Du diese Einstellung
schon einmal beobachten
konntest?
Schwierig! Es gibt viele aus meinem Freundes- und
Bekanntenkreis, die ich bewundere, weil sie den Absprung aus der Pfadfinderei
geschafft haben und nahtlos die selbe Motivation, Ausdauer und Euphorie in
anderen Lebensbereichen übertragen konnten. Beneidenswert...
Welche Gefahren bringt diese Einstellung mit
sich?
Gefahren sehe ich da keine, wenn man das
Lebenspfadfindertum so versteht, dass man sich mit den erworbenen
Errungenschaften in andere Lebensbereiche einbringen will. Die eigene
CP-Sozialisation wird dann immer eine Bereicherung gewesen sein...
Kannst Du junge Menschen ermutigen, diese
Einstellung anzustreben?
Ja, aber ich kann nur „eine“ Variante von unzähligen
vorleben! Ich kann versuchen, junge Leute für diese Einstellung, bzw. für die
Lebensweise zu begeistern, aber will ihnen auch gleich mit auf dem Weg geben,
dass sie selber sehen müssen, was sie daraus machen!!
Wie lange bist Du nun schon bei den Pfadfindern
aktiv?
Das kann ich leider nicht beantworten. Mein größtes Ziel
ist es seit Jahren, mit den Pfadfindern aufzuhören, doch hat sich leider noch
keine Alternative, kein Ersatz angeboten...
Welche prägenden Erlebnisse und Erfahrungen
sind Dir von früher noch im
Gedächtnis?
Meine Zeit(en) als Sippenführer waren prägend. Besondere
Ereignisse in meinem Pfadfinderleben waren viele Fahrten und Lager, mein Akela-
und Sippenführerkurs 1988-89, weil ich da erstmal Pfadfinder meines Alters aus
anderen Stämmen besser kennen gelernt habe. Ferner mein erster, selbst geleiteter
Sippenführerkurs 1999, wo ich die Motivation, die ich damals selber erhalten
habe, an Jüngere weitergeben konnte. Ein schönes Gefühl. Einige aus dem
damaligen Kurs begleite ich zum Stand des Kreuzpfadfinders, bzw. sind in ihn schon
aufgenommen. Eine große Ehre. Heute sind sie teilweise Hauptträger unseres
Bundes (z.B. als stellvertretende Bundesführerin oder als Landesmarkführer)
und sie geben in ihren Memoaren den damaligen Sippenführerkurs als Schlüsselereignis
an. Da kann man die Nase schon mal ein bissel höher halten... Eine besondere
Phase war auch die Zeit als Bremer Gauführer. Ich hatte großen Rückhalt in
den Stämmen und hatte eine tolle Älterenschaft um mich herum...
Zum Abschluß in Schlagwörtern: Was haben Dir
die Pfadfinder gebracht?
Lust und Frust!!!!
Habe ich Fragen vergessen, die Du von mir
erwartet hast?
....ob ich nicht immer noch Doppelmitglied werden möchte????
Jeff, ich danke Dir für das e-mail-Gespräch!
Gern geschehen! Du hättest ja sowieso nicht locker gelassen. Olli, ich wünsche dir mit Deinen ganzen „Feuer“-Gruppen ein erfolgreiches Jahr 2005. Du hast enorme Arbeit geleistet, dafür sei dir gedankt! Du hast Dir aber auch eine große Verantwortung auferlegt, denn: „VCP – jetzt oder nie!!“ – Allen Lesern schöne Grüße, Gut Pfad und den Segen Gottes!!
Das Gespräch mit Jeff führte Oliver M. über das world-wide-web am 24.12.2004.