Peru zum Verlieben ...
Auf den Spuren der Inka durch ein kontrastreiches Land - Teil 1
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Ganz wichtig, before leaving: Das 'Allzeit-Bereit-Päckchen' komplett entrümpeln und neue Prioritäten setzten: Höhenkrankheit, Scheißerei, Kotzerei, Schweißausbruch, Magenkrämpfe, Fieber, Malaria, Schweizer, Überfälle, Falschgeld, ...
By the way: Inkubationszeit für Malaria liegt bei bis zu einem Jahr! Deshalb gelten für diesen Zeitraum Symptome wie Erkältung, Kopfschmerzen, Fieber, Mattigkeit, schneller Puls, Muskel- und Gelenkschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, also generell jede ungeklärte Erkrankung bis zum Beweis des Gegenteils als Malaria. Der Zeitpunkt der frühen Erkennung spielt eine entscheidende Rolle, da diese durch Mücken übertragbare Krankheit lebensgefährlich sein kann. Ein Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch wird von Medizinern ausgeschlossen.

Aber das Schlimmste, was passieren kann, wenn man mit den Gedanken eigentlich schon ganz woanders ist ...

'SCHEISSE - KLOPAPIER VERGESSEN!'
Laut eigener Statistik fehlen in 99,8% aller peruanischer Toiletten die Klorollen. Wenn dann zur Nervenberuhigung auch noch das peruanische Feuerzeug den Breiten macht, bleibt einem nur noch die Mineralwasserflasche, um zumindest die Hände wieder halbwegs geruchsneutral zu bekommen. Denn auch der peruanische Leitungswasserdruck fühlt sich an manchen Tagen so richtig beschissen ...
So sieht man übrigens aus, wenn man sich beschissen fühlt, aber das hatte jetzt ausnahmsweise nichts mit dem Klopapier zu tun ...

By the way: Beschissen fühlte sich auch dieser Kapitain zur See, nachdem ihm die Puste für das Segel ausblieb, bzw. zum Ende die Behauptung kursierte, der Wind würde sich ständig um sich selbst drehen ... schmunzel ... , aber jetzt ist auch gut mit Bescheißen, wenden wir uns doch mal den schönen Dingen des Lebens zu!

Das ist Peru - so wie es mit Bildern am Flughafen von Lima den Reisenden aus aller Welt vermittelt wird. Freundliche Menschen,

... immer farbenfroh und äußerst adrett gekleidet,

... ständig cool drauf ..., ach nee, das ist hier ja jetzt ein westeuropäisches Modell, ...

... musikalisch ausgelebte Lebensfreude, ...

Dass die Menschen dort mehr lachen, ist bei der Armut zuerst verwunderlich, aber vielleicht ist das auch gleichzeitig eine der Ursachen: Die Fähigkeit, sich auch über Kleinigkeiten zu freuen, nicht ständig die Besitzstandswahrung im Hinterkopf haben zu müssen ...
Dummerweise brach durch das Folgefoto 'plötzlich und unerwartet' das Laufheck in sich zusammen, da habe ich das erste Mal das Lächeln einer Mutter verschwinden sehen ...

Das Lächeln verschwindet aber auch dem Mitteleuropäer, wenn ihm auf überwiegend eindringliche Art das Gepäck erleichtert wird. In diesen Momenten versucht er dann womöglich, seinen Besitz zu wahren und verliert dabei zusätzlich oft noch das Leben. Das entspricht nicht der deutschen Vollkasko-Mentalität, das steht schon mal fest. Da ist Intuition gefragt, möglichst vor dem Eintritt des Schadenfalles ...

Sollte man unversehens in einem Taxi einer räuberischen Absicht auf der Rücksitzbank gegenübersitzen, repariert der findige Europäer unauffällig die Zentralverriegelung und macht sich dann über den ungebetenen Mitfahrer einfach lustig ... Zum Ende einer Reise schwinden dann im Allgemeinen auch mit den Barmitteln die Verlustängste und das Lachen wirkt beidseitig zunehmend herzlich.

Das Einkaufen bekommt in manchen Stadtteilen, die von hellhäutig-naiven Fototouristen ohne Bodyguards gemieden werden sollten, einen etwas unterkühlten Beigeschmack. Es vermittelt sich der Eindruck, dass der gewerbliche Handel sich freiwillig inhaftiert.

Sicher ist man hingegen hoch über den Dächern der Stadt, von wo aus beobachtet werden kann, dass selbst das Wäscheaufhängen bei den Peruanern unter rhythmischen Bewegungen stattfindet.
Als nächstes stelle ich hier mal die Teilnehmer etwas näher vor, die sich trotz der gesundheitlichen Gefährdungslage freiwillig in dieses Land begeben: Da ist zum Beispiel der Liko - L I K O - nein, nicht Niko, - LIKO - EL - I - KA - O!!!

Neben der etwas ungewöhnlichen Namensgebung hat er als Bremer Bio-Student im Praxissemester chronisch zu wenig Kohle 'am Start', eine leichte Überempfindlichkeit bei freundschaftlich gemeinten Schlägen in seine eigenen Gesichtszüge, ist etwas missionarisch veranlagt in Sachen www.hospitalityclub.org und S. vor der E., aber sonst ein feiner Kerl, ...

... der vielleicht auf den ersten Eindruck etwas irritierend wirken kann, ...

... aber schon nach kurzer Eingewöhnungsphase sich harmonisch-unauffällig in die Gruppe einzufügen versteht.
Im Grunde hätte ich nur mit Niko ... ähhh: LIKO die Reise auch allein gewagt (obwohl wir so grotten-gegensätzlich sind), nur konnten wir uns im Vorwege nicht darüber einig werden, wer wem gegenüber nun einen Beschützerinstinkt entwickeln sollte. Da kam es uns ganz recht, dass das Land wie ein Schweizer Käse wirkt: Du schaust in eine beliebige Öffnung und schwubb: steht da ein Schweizer mit dem Satz vor Dir: 'Die Schweizer warn's!' Irgendwann glaubt man es dann auch selbst.

Die Schweizer hingegen, ... besonders die Berndeutschen, glauben tatsächlich mit ihrer Variante von Hochdeutsch zur Kommunikation beizutragen ..., wir mussten uns dann aber leider doch auf die seit 'urchigen' Zeiten bewährten Trommelsignale verständigen, um uns gegenseitig wenigstens das Nötigste mitzuteilen.

Auffallend häufig war zu beobachten, dass die Schweizer gewisse Vorurteile den Deutschen gegenüber hegen und pflegen, und das nicht nur auf den Reisepass bezogen. Wir hatten ja bislang den Schweizern gegenüber keine Vorurteile, ...

... wie gesagt, bislang, ... denn nicht nur die Sprache vermittelt sich zuweilen als echte Comedy ...

... es gab jedoch auch kurze und helle Momente innerhalb der Heidi, die aber immer erst im Zusammenhang mit einer Kopfbedeckung auftraten. Da kann man sich ja dann eigentlich auch gut drauf einstellen.
Ja, und als Dritter im Bunde: Der etwas querulant veranlagte, lichtscheue ...

... Olli, übersensibel, einziger Nichtraucher, immer froh, nicht gleich als Deutscher geoutet zu werden, ...

... häufig unrasiert und froh, mal was anderes zu sehen, als Verkehrsschilder, Steuerprüfer und runtergezogene Mundwinkel ... Außerdem kam mir die Temperatur dort haarwuchstechnisch sehr entgegen ...

Zu dritt waren wir unschlagbar, zumal wir ja noch mein 20$-Baby dabei hatten:

Wenn uns jemand blöd kam, habe ich dann einfach 'Delmenhorst' bis zum Umfallen aufgelegt, denn ...

'... erst wenn alles scheißegal ist, macht das Leben wieder Spaß ...'
Der eigentliche Grund, weshalb wir diesen Aufwand letztendlich betrieben haben, lag aber in dem neu gewählten Weltwunder:

Machu-Picchu, eine ...

'Bin ich jetzt dran ...?'
N-E-I-N-!-!-! Peinlich, besonders für Schweizer eines der schlimmsten Erlebnisse ever ...
... was wollte ich sagen ...? ...eine Inka-Stadt über den Wolken, teilweise aber auch so richtig 'mittenmang' in der Wolke, wie der Bremer sagt ...

Das sieht dann so aus. Da fliegt man nun Tausende Kilometer, wandert unter größten Entbehrungen und unter Totalverlust des europäischen Müslibestandes durch Berge und Regenwälder, umgeben von Blutblasen und schmerzenden Gelenken, steht dann auf einem Gipfel und fragt den benebelten Busfahrer, ob das nun wirklich 'Machu Picchu' sei, das hätte man in Schottland dann ja auch etwas günstiger haben können.
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