Peru zum Verlieben ...
Auf den Spuren der Inka durch ein kontrastreiches Land - Teil 5
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Dieser fünfte Teil ist nun den geschundenen, nie klagenden, meist sauerstoffarm verpackten
Füßen gewidmet, frei nach dem Motto:
'Wo Deine Füße stehen, ist der Mittelpunkt der Welt.'

Tja, und es gibt wirklich Orte, da kehrt auch 'Mann' in sich, vertraut auf den rutschfesten Belag unter seinen Füßen und lässt an diesem verträumten Ort zusätzlich auch noch die Seele baumeln ...

Aber auch Mann und Frau stehen gelegentlich gemeinsam am Abgrund und denken mal über einen mutigen Schritt nach vorne nach ... als ausgesprochene Liebhaber von Kakteen haben wir dann aber doch die Alternativroute bevorzugt.

In peruanischen Städten ist man übrigens als Europäerin nicht lange allein. Neben den plumpen Annährungsversuchen paarungswütiger Männer sind es häufig die Schuhputzer, die einem nach kurzem Blickkontakt nicht mehr so leicht von der Seite weichen. Trotz dieser offensichtlich weit verbreiteten Kinderarmut fällt es immer wieder nicht leicht ihnen zu sagen:
'NEIN, MEINE SCHUHE MÜSSEN NICHT GEPUTZT WERDEN!'

'DEINE SCHUHE SIND ABER SCHMUTZIG!'

'NA UND?'
ACHSO!
Wir hatten ein Problem mit Kinderarbeit und haben sie daher zum Essen eingeladen. Die Frage bleibt, wie die reichen Europäer diesen armen Menschen sinnvoll helfen können, ohne dass das Geld zweckentfremdet versickert.

Einem Jungen haben wir ein neues Paar Schuhe gekauft, am nächsten Tag lief er wieder mit den alten herum.

Die Mulis waren hingegen ausgestattet mit Allwetter-Bereifung. Mich persönlich würde aber so eine dusselige Schweifhalterung ganz ordentlich am zielstrebigen Gang hindern, ...

... denn die Strecke hatte schon so einig Schwierigkeitsgrade zu bieten.

Unsere Füße haben uns aber bis auf die üblichen Blutblasen an den ungewöhnlichsten Stellen gut über die Strecke gebracht. Es gab auch immer wieder Momente, wo der Blick stumpf nur auf die Füße des Vorgängers gerichtet war, und das über Stunden. Irgendwann träumt man dann davon, nachts mit schwerem Gepäck über den Schotter der Eisenbahnlinie Richtung Machu Picchu zu laufen, bis die Füße dann als erstes entsetzt feststellen, dass es kein normales, sondern ein Schienenbett ist, in dem sie sich befinden ...

Danach weiß dann jeder, wie 'Rumeiern' und 'Schmerzendes Gelenk' buchstabiert wird ...
Unweigerlich erinnert sich dann der Eine oder die Andere gerne an die leichtfüßigen Momente der Reise, ...

... an groovige Musik im Arsch ...

... an Cocktailgläser, ein leichtes, unbeschwertes Lächeln, ...

... stattdessen: 'In the middle of nowhere' und die Füße treten zu allem Überfluss auch noch in einen befristeten Warnstreik ...

In solchen Situationen sehr hilfreich und in Peru übrigens nicht unüblich: Das Auftanken von Lebensenergie an steinalten Steinen.
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