Peru zum Verlieben ... 

Auf den Spuren der Inka durch ein kontrastreiches Land - Teil 7

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Die Fortbewegung in Süd-Amerika hat häufig ihren ganz eigenen verborgenen Charme, der sich dem verwöhnten ÖPNV-Benutzer mit Neigung zur Niederflurtechnik ganz langsam und auf einfühlsame Weise vermittelt.

Der grundsätzliche Ansatz ist nicht, einen Sitzplatz zu bekommen, das wäre vermessen, ...

... sondern in sich zu ruhen, wenn die eigenen Füße plötzlich zum kollektiven Mittelpunkt der Busfahrt erklärt werden ...

Auf diese Weise vermittelt sich auch die Bescheidenheit und Leidensfähigkeit des andinen Menschen.

Der Busfahrer hingegen hatte diese für sich klar überschritten und trat in den befristeten Ruhestand.

Eine gute Gelegenheit, die entspannten Momente eines stillstehenden Busses zu würdigen, denn ...

... der Ausbauzustand süd-amerikanischer Strassen ist eine harte Prüfung für Stoßdämpfer und Fahrgast.

Irritiert schaut der EU-Bürger bei Zwischenstopps auf die ausgesperrte Bevölkerung und ahnt spätestens hier, dass die durch Gitter gestreckten Arme ein Ausdruck von schreiender Ungerechtigkeit sind.

Wieder die Frage, was hier schief gelaufen ist ...

Waren es nur die Spanier, die hier andine Kulturvernichtung seit dem 16. Jahrhundert betrieben und ihre katholischen Kathedralen auf den Tempelfundamenten der zerstörten Heiligtümer der Inkas errichteten? Die ihre europäische Sicht auf Gott und die Welt dem vormals selbstbewussten Volk mit Waffengewalt aufgezwungen haben und ihnen als Gegenleistung das Gold entwendeten? Der plastische Eindruck, dass unser Kontinent seine Reichtum auch der Ausbeutung dieser Kulturen verdankt, bedrückt. 

Die Menschen arrangieren sich mit den Verhältnissen, werden auf der Ladefläche geschmückter LKWs zu Hochzeiten in christliche Kirchen gefahren, ...

... vorbei an Menschen, denen man nicht viel mehr als das Handaufhalten zutraut ...

In der Religion der Anden ist Gott sowohl männlich als auch weiblich, da er sonst nicht als komplett empfunden wird. Die Katholische Kirche passt sich in diesem Punkt an, nicht jedoch in der Frage des Zölibats. Priester dürfen hier keine Frauen haben, was aber von dörflichen Bürgermeistern auch einfach mal aufgehoben wird, denn wie soll das gehen, ein Mann ohne Frau ..., wie soll da der Mann glücklich werden? Auch eigene Rituale fließen mit den christlichen ineinander, es besteht zum Teil ein katholisch-indianischer Glaube.

Einen dieser Bürgermeister konnten wir überzeugen, uns mit seinem Mitarbeiterstab auf der Ladefläche seines 'Dienstwagens' ein kleines Stück Richtung Machu Picchu zu fahren. Zum Glück war die Ladefläche hoch genug, sonst wäre einem beim Kotzen über dieselbe die glitschige Dieselladefläche zum eigenen Verhängnis geworden ...

Dann doch lieber Pedalpower - einmal Airbag spielen auf dem rasant-rücksichtslos wirkenden Weg durch den peruanischen Straßenverkehr ...

Fortsetzung Teil 8

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