Waldmeister 2005 - Das Experiment Teil 2
Eine 24-Stunden-Aktion mit Lehramt-Studenten der Uni-Bremen
Organisator: Jeff Horstmann - CPD-Bremen Fotos: Melanie A.
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Etwas zugig war's ja schon ...

... aber für viele eben auch mal eine ganz neue Erfahrung.

Aus verständlichen Gründen wollten grundsätzlich bei dieser Aktion
dann auch nicht gleich alle erkannt werden ...

Je unwirtlicher die Umgebung, desto mehr verengt sich der Blick ...

... auf das Wesentliche ...

... aber am Abend traten dann leider doch vereinzelt die Nebenwirkungen des Essens hervor ...

Teil der Abendgestaltung: Die Zersetzer - oder die etwas andere Theatertruppe ...

... so etwas hatte die Jury dann doch noch nicht gesehen ..

Und dann schnell wieder in die warme, bzw. wärmere Jurte.

" ... Roter Weeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiin im ..... wie heißt das?"

" ... ich vermute mal ... ah .... Becher!"

" ... der Wirt, der hat nur ein Auge, und das trägt er hinter dem Ohr ...
hhmmm, ... etwas merkwürdiger Text, oder ...?"

Keeeekse, irgendwie doch auch das Opium für's Volk ...

" ... der beste Reeeeeebensaft!"

Ist das etwa ein entspanntes Lächeln? Trotz nasser Schuhe? Respekt!

"Ob ich Jeff das jetzt sagen soll ...?"

"Nur zu! Nur zu!"

" .... wie sag' ich's ihm jetzt bloß?"

" Jeff, damit das mal klar ist: Ich bin hier wirklich nur mitgekommen, um diesen blöden Semesterschein zu bekommen, mich interessieren die andern Leute hier nicht. Arschkalt ist mir auch, und ich denke, da bin ich nicht der Einzige!"

"Mensch, das war doch Dein Text für's Theater, da kommst Du nun aber auch etwas spät mit ..."

"Ach so, na dann wechsel ich eben wieder auf die Sonnenseite des Lebens, bzw. Tisches!"
Frühstück bei -3°C. Absolut nußcremeuntauglich!

HAAAAALT - Vorher muß doch erst einmal die Sonne aufgehen: -7°C sieht übrigens so aus.

Das war ja eigentlich noch nicht so schlimm, aber dann kam auch noch Jeff
mit seinem unverwechselbaren: "GUTEN MORGEEEEEEEEN !!!

... und als ob das morgens um 8 noch nicht reichen würde:
"Habt Ihr vielleicht noch mal Lust, ein Spiel zu spielen?"

"Neee, das jetzt nicht gerad', aber irgendwie auch schade, dass schon alles vorbei ist."

Ein Foto zum Abschluß: Das Abschlußfoto.
Hat Spaß gemacht mit Euch und ich denke mal, dass Ihr von Jeff nun alle den heißersehnten ...

" .... na, dann will ich mal nicht so sein: Ihr habt Euch den Schein wirklich verdient! Respekt! Tolle Leistung, aber ich muß mich jetzt auch erst einmal erholen ..."
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Die ersten Stellungnahmen sind mittlerweile eingetrudelt, es
dürfen gerne noch mehr werden:
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Jeff Horstmann - CPD-Bremen
liebe studenten,
die erste 24-stunden-aktion ist vorbei. nachdem sich nun meine
körpertemperatur wieder normalisiert hat und meine finger-motorik
zurückkehrt, möchte ich mich bei allen teilnehmern ganz herzlich für die
gemeinsamen stunden bedanken. mir hat es sehr viel spass gemacht, es war
um einiges stressfreier als gedacht, was ganz daran lag, dass ihr zu
unkompliziert gewesen seid. danke dafür. ich fand, dass
es eine lohnenswerte aktion war und hoffe innigst, dass die tapferen
überlebenden ein paar nette anekdoten für ihr weiteres leben aus diesen
24 stunden mitgenommen haben. ich denke mal, dass wir aus den
widrigen umständen (minusgrade von -6-7°C, schneefall, hagelschauer,
sumpf-landschaft...) das beste herausgeholt haben. schließe ich die
augen, erscheint der jurtenabend, das feuer im zelt, die sternklare, helle
mondnacht und ich schmecke den heißen kakao von heute morgen. ich hoffe,
euch ergeht es ähnlich...
unter www.vcp-bremen.de gibt es die ersten bilder zu bewundern. vielen
dank an die fotografin und den ins-netz-steller!!
am nächsten wochenende sind die nächsten dran.
es hat sich am wochenende herausgestellt, dass WASSERDICHTES
wanderschuhwerk oder regenstiefel nicht schlecht wären, denn überall
lauern 'tückische' pfützen...
so, ich werde jetzt erstmal versuchen, mein schlafdefizit
auszugleichen...
nacht,
jeff
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Nicole, oder auch besser bekannt als 'Die Sportfreundin' :-)
24-Std.-Aktion!!
Kurz gesagt: DANKE JEFF!!!! Es hat mir richtig viel Spaß gemacht, auch wenn ich
die 24 Stunden nicht ganz durchgehalten habe. Mein Versprechen, im Sommer noch
einmal mit auf Fahrt zu gehen, werde ich auf jeden Fall einhalten.
So und jetzt her mit den Fotos :-)
Eintrag vom: 23-Jan-2005
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FraukeHallo Jeff! Mir hat das Zelten auch
echt Spass gemacht. War weniger kalt als ich dachte (außer in der Nacht). War
ein schönes Erlebnis und konnte allen Besserwissern zeigen, dass man auch bei
Minusgraden nett zelten kann. VIELEN DANK!
Eintrag vom: 24-Jan-2005
Liko
Also das mit der Fahne...
Na was soll's, meinethalben, dann wird den Dieben, diesen Lumpen, eben beim nächsten
Mal das Zelt über den schlafenden Köpfen abgebaut. Bei -10°C... natürlich!!!
Ansonsten bleibt mir nur zu sagen das dies eine äußerst gelungene 24h-Aktion
war und ich zu meiner eigenen Überraschung feststellen durfte, dass es doch
noch ein paar harte Kerls und Mädels gibt unter
unserer verweichlichten Studentenschaft. Danke Olli, dass
Du mich mitgenommen hast!!! Das bißchen frieren machte doch erst die richtige Würze!
Hat mich echt gefreut! Denen die abgehauen sind, meinen
Respekt, ihr habt es wenigstens gewagt. Denen die nächstes Wochenende dran
sind, nehmt euch Gummistiefel mit, dann lebt sich's trockener!
Darüber hinaus ein ganz fettes Danke an Jeffe für die Organisation und nette
Einladung! Wir revanchieren uns bestimmt!
Kommst im Sommer halt einfach mit nach Norwegen, hm?
Eintrag vom: 24-Jan-2005
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Sandra
Hey, ich würde vorschlagen, lasst
uns doch noch ein Spiel spielen :-)))und wer verliert der muss dann die Fahne
wiederholen. ;-)) *ggg*
So schlimm, wie ich's mir vorgestellt habe war's dann doch nicht,aber ich habe
zu Hause dann erstmal von 17.30 h bis zum nächsten Tag 6.30 h durchgepennt!!!!
*schnarch*
Die Bildergallerie ist echt SUPER und die Kommentare - DER HAMMER!
Und im Sommer komme ich auf jeden Fall nochmal mit..... aber Norwegen hört sich
auch gut an.....
denn ihr wisst ja jetzt:
Gesell dich einem Bessren' zu, dass mit ihm deine bessren Kräfte ringen.
Wer selbst nicht weiter ist als du, der kann dich auch nicht weiterbringen!
...hihi...
Eintrag vom: 27-Jan-2005
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OlliFür alle, die noch 'Waldmeister'
werden wollen:
Geh stille deinen Weg und zage nicht.
Tu einfach deine Pflicht und frage nicht.
Trag tapfer jedes Leid und klage nicht.
Es folgt auf jede Nacht doch wieder Licht.
... und Wärme ...
Viele Grüße an die bereits gekrönten Waldmeister! Samstag bin ich noch mal
zum Klampfen dabei, freu' mich schon, denn mit Schnee kommt das noch besser ...
...höhö...
Eintrag vom: 27-Jan-2005
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Nachfolgend eine kleine Konversation für interessierte Leser ...
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Liebe Studenten,
### NACHLESE ###
auch das zweite Zelt-Wochenende ist vorbei. Zu acht trafen wir uns am
Samstag in Clüversborstel. Die gefühlte Temperatur lag etwas höher als
in der Vorwoche ...doch was hat das schon zu sagen. Statt Sonne hatten
wir nebliges Winterwetter und der Lagerplatz war von einer Schneedecke
überzogen. Nach dem Jurtenaufbau und dem Mittagessen haben wir einen
umfassenden Spaziergang mit vielen kleinen Spielchen gemacht. Wir haben
uns mit Feuerholz eingedeckt, so dass wir die Jurte bis spät in die
Nacht einheizen konnten. Abends kam Olli, 'der Gitarrenspieler von
letzter Woche', noch mit ein paar Pfadfindern vorbei und wir haben
noch ein bissel gesungen. Aus der 24-Stunden-Aktion wurde zwar eine
12-Stunden-Aktion, da wir kurz vor Mitternacht die 'Segel
einholten', da der Großteil am nächsten Morgen noch
Verpflichtungen nachgehen musste, doch die Nacht wäre auch das kleinste
Übel gewesen, da die Temperatur während der Nacht anstieg. Beim
mitternächtlichen Abbau lag die Temperatur um den Gefrierpunkt und es
begann zu schneien. Im Laufe der Nacht ging der Schnee in Regen über und
Sonntagmorgen war es recht mild...
Ich möchte mich bei allen Teilnehmer recht herzlich bedanken, dass ihr
euch auf diese Aktion eingelassen habt. Ich hoffe, dass ihr außer
Frostbeulen noch ein paar positive Eindrücke mit nach Hause genommen
habt .
Rügen möchte ich an dieser Stelle - ohne Namen zu nennen - einige
StudentInnen, die sich bei der ersten Aktion im Laufe des Nachmittages,
bzw. bei einsetzender Dunkelheit ohne abzumelden auf und davon gemacht
haben. Gerade für einen angehenden Lehrer finde ich das ein arg
unrühmliches Verhalten, denn ich hoffe mal, dass eure zukünftigen
Schüler sich kein Beispiel (!) an euch nehmen und sich auf
Klassenfahrten ohne Rücksprache einfach mal entfernen! Sorgenvolle
Stunden sind ansonsten für euch vorprogrammiert! Denkt mal drüber
nach...
Ich möchte mich auch dafür bedanken, dass es mit den Überweisungen und
Bezahlungen so gut geklappt hat. Leider muss ich aber mitteilen, dass ich auch
bei denjenigen,
die trotz Anmeldung und Bezahlung nicht teilgenommen haben/ teilnehmen
konnten, leider keine Rückzahlung vornehmen kann, weil die meisten
Abmeldungen nach den ganzen Besorgungen und Einkäufen erst eintrudelten.
Ich hoffe auf Verständnis!
Am heutigen Nachmittag werde ich mit meiner Obervieländer Sippe nach
Schwanewede fahren und das Material sortieren und wieder einräumen. Es wird
ein bissel Arbeit werden, aber Materialkunde (...das Thema der heutigen
Sippenstunde ;-)!) muss auch mal sein. Trotz eines schulfreien Tages
sind sie ganz heiß auf die Sippenstunde (die sonstige Absprache ist halt
immer, dass die Sippenstunde ausfällt, wenn keine Schule ist!).
### FREIWILLIGES TREFFEN ###
So, das Vorlesungssemester neigt sich dem Ende entgegen und möchte euch
alle noch mal ganz herzlich am
Dienstag, dem 08.Februar in die Pädagogische Werkstatt (13.15-14.45h)
einladen, um euren Schein z.B. entgegenzunehmen (den ich dann noch an
Klaus G. weiterreichen muss, d.h. euch nicht gleich selber komplett
unterschreiben kann. Sorry!) und ein bissel über eure Eindrücke zu
sprechen.
Wer am Dienstag nicht kommen kann, um mir den Schein in die Hand zu
drücken, möge bitte mit mir Kontakt aufnehmen, damit wir einen anderen
Weg besprechen.
Kontakt möge bitte auch jeder mit mir aufnehmen, der nun nicht an den
Wochenend-Aktionen teilnehmen konnte, aber dennoch einen Teilnahmeschein
haben möchte. Auch hier müssen wir eine Absprache treffen.
Auch die Leistungsschein-Kandidaten (unbenotet!) mögen ihre Arbeit noch
mal bestätigen!
Soweit meinerseits!
Gruß und Horridoh,
euer Jeff
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Fangen wir, was die
vermeintliche Nachlese anbelangt, mit klassischem Bildungsgut an: "Audiatur
et altera pars", die andere Sicht und das nihil nisi bene "von den
Toten nichts als Gutes" hatte ich mir eigentlich vorgenommen in Würdigung
des Organisationsaufwandes und der Gutwilligkeit der Organisierenden. Damit ist
dann schon die erste Vokabel gefallen: Gut -hat mich schon im Seminar gestört:
Jeden Tag eine gute Tat: Helf' ich jemandem über die Straße oder nicht:
""nicht" heißt nicht, wie zynische schlechte Witze nahelegen,
ich schubs ihn vors Auto, sondern ich helfe solange nicht, wie derjenige nicht
meiner Hilfe bedarf... Für die Frühmodernen gab es noch das romantische
Wunschbild von Einheitlichkeit und Klarheit. - Auch wenn es das für MICH
individuell noch gibt, finden WIR keinen Konsens mehr, ob masculines Rumgegröle
am Mittagstisch schülergeeignet oder schlicht unerotisch ist, oder ob die
Pfadfinderei in einem Übermaß hohler Rituale das erstickt, was einzelne
Elemente ihrer Lebensweise im Kern sinnvoll und subjektiv attraktiv erscheinen läßt.
Ich habe mich, nachdem ich längere Zeit darüber nachgedacht habe, mit Bedacht
entschieden, das Lager ohne Abmeldung zu verlassen, um kein schlechtes Beispiel
zu liefern. Wobei "schlechtes Beispiel" auch wieder so'ne unsinnig
moralisierende Kennzeichnung ist, denn es würde bei meinen Schülern von einem
hohen Maß an Eigenverantwortung zeugen, wenn Sie ein Zeltlager auf feuchtem,
frostkalten Boden abbrechen (bei dem die Strohunterlage notwendig, versprochen,
aber nicht gehalten wurde?). Hinter all diesen Vokabeln: Vorbild-Durchhaltevermögen-Verantwortung,
die als Werte in den vorgetragenen Gedichten auftauchten, lauerten die Janusköpfe
der Unselbstständigkeit, mangelnder Pragmatismus, Unmündigkeit etc., die einen
anderen Kern, den zivilisierter Gemeinschaftsformen, in Frage stellen, ohne daß
das irgendwie zur Sprache gekommen wäre - im Gegenteil: "ich mache hier
alles mit"- Sprüche hab ich da vernommen, aber das wißt Ihr ja alles.
Mein persönliches Tagebuch vermeldet nach Holzsägen und Entwässerungsversuchen
ein leckeres Mittagessen, Holzttee mit Früchtearoma, den mehrfachen Versuch,
mich aus dem Kleinzelt auszuräuchern, während wir der Sangesfreude frönten
und gleichzeitig eine 4zeilige Ode über unumstößliches den Göttern
entgegenwerfen sollten. Die letzte Mischung war fatal, so daß ich mich in
meinen Schlafzelt zurückzog. Nein, halt, da war noch was: Pfadfinder, echte
Pfadfinder, die, während alle anderen draußen im Kalten auf der Suche nach
einem Trockenem oder warmen Ort den musischen Vergnügungen hingaben, unlustig
im einzigen geheizten Zelt rumhingen und anregende Getränke aus geheimem
Flaschenvorrat tranken (So viel zum Thema Vorbild -wohlgemerkt, mir ist dieser
Pragmatismus sympathisch! Aber wo kommen wir denn da hin). Naja aus meinem
wohlverdienten Nachtschlaf weckten mich dann die ersten, die ihre Klamotten
zusammenpackten, wobei ich grad wieder eingeschlafen, durch die Sangesfreude
meiner Mitstudenten aus dem Schlaf gerissen wurde. Leider hatte ich das einzige
Zelt auf leidlich trockenem Boden gewählt, direkt neben der Sangesarena und bei
Hermod hatten sich da wohl einige Übermittlungsfehler eingeschlichen, so daß
ich sie dann nach Walhalla wünschte, mich aber eines besseren besann und meine
Sachen im Dunklen packte. Die Nachtwanderung durch eine frostklare mondhelle
Nacht in Erlenwäldern und über frostknirschende Böden hat mich dann wieder
mit mir versöhnt.
Wir haben also ein gemeinsames Wochenende verbracht und ganz freiwillig das
getan, wonach uns lag. Eike.
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Hallo Eike!
Eine kurze Stellungnahme von mir, obwohl ich nicht der eigentliche
Adressat Deiner Mail bin. Fürsorgepflicht ist klar definiert, Widrigkeiten
eines Bettenlagers ein anderer Punkt. Beide Aspekte sind in Form von
Kommunikation zu lösen. Ich hatte drei Iso-Matten übrig, nur muß dieser
Wunsch dann auch geäußert werden. Wenn ein mir anvertrautes Kind sich
eigenmächtig entfernt hätte, wäre ein Rattenschwanz in Gang gesetzt
worden, der sich gewaschen hätte. Das wäre losgegangen mit dem Absuchen
des Geländes und hätte geendet mit dem Informieren der Polizei. Jeder
Gruppenleiter, der dieses Gefühl der Unsicherheit kennt, reagiert
daraufhin in Zukunft sensibler auf erste Anzeichen.
'Jeden Tag gute Tat ... ', häufig verlachte Formel, beschreibt aber
lediglich den Anspruch, der Gleichgültigkeit dem Umfeld gegenüber
entgegenzutreten. Den Ort zumindest nicht schlechter zu verlassen, wie man
ihn vorgefunden hat. Ein hoher Anspruch, der in der Umsetzung natürlich
Federn läßt.
Alkohol-/ Drogenkonsum - immer wieder kontrovers diskutiert unter den
Entscheidungsträgern. Jeder hat da seine persönliche Einstellung. Jeff und
ich benötigen keine Drogen, um die Stimmung zu genießen, lehnen es für
Fahrt und Lager in unserem Verantwortungsbereich ab, wir akzeptieren
jedoch die einzelnen Entscheidungen der Erwachsenen um uns herum. Es
bleibt aber ein riskantes Thema, genau wie vereinzelte Liebesbeziehungen
auf den Treffen die erwünschte Gemeinschaft sprengen können. Das muß halt
frühzeitig erkannt und thematisiert werden, wobei jede Generation sich da
neu positionieren sollte.
Aus Sicht eines 'Konsumenten' ist es ja immer sehr leicht, Kritikpunkte
und Widersprüche offen zu legen. Wie wäre es denn aber, wenn Du oder Ihr
als Studenten einmal nach Euren Vorstellungen eine 24 Std.-Aktion umsetzt.
Der Perspektivwechsel dürfte beiden Seiten wertvolle Einsichten
vermitteln. Jeff würde das sicher auch begrüßen. Aber meine Bitte an Dich
oder Euch: Geht mit ihm vorsichtig um, er ist aus meiner Perspektive der
beste und aktivste Vertreter der Bremer Pfadfinderschaft. Und diese 24
Std. sind für einen Organisator leider überwiegend Strapaze. Das sieht man
von außen nie so richtig.
Würde Deine Kritik gerne auf der Homepage www.vcp-bremen.de / 'Waldmeister
2005' integrieren, ist Dir das recht?
Gruß
Olli
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Hi Olli,
ich freue mich über Deine Antwort, weil ich genau diese
Diskussion gewünscht habe: Also, was ist im Zusammenhang mit
jugendbewegter Pfadfinderei sinnvoll und was problematisch, wobei ich
meinen Selbstversuch samt Erfahrungen zur allgemeinen Diskussion
gestellt habe. Das heißt dann auch, daß ich nichts dagegen habe, wenn Du
ihn (fair, mit Name, aber möglichst ohne Adresse) ins Forum stellst. Was
Jeffs Engagement anbelangt, bin ich übrigens Deiner Meinung und hab das
dort auch anklingen lassen und ihm das auch nochmal gemailt. -Aber das
war auch nicht mein Problem. Das Nachtlager mit der fehlenden
Strohunterlage da schon eher. Du hast da schon Erfahrung wie ich an der
3-Zahl Deiner Isomatten sehe, andere Erfahrene hatten Folien dabei, wir
als Zivilisationsvergnügte nicht. Da stimmt dann irgendwas nicht, nicht
wegen der Gerechtigkeit, sondern wegen der Fürsorge der Erfahrenen
gegenüber den Sommercampingplatzzeltern, was dann auch ein potentielles
Lehrer-Schüler-Verhältnis in der von Dir beschriebenen verantwortlichen
Form betrifft. Wohlgemerkt, ich habe bereits Winterbiwakerfahrung und
zwar aus den Nächten, in denen der offizielle aktuelle Kälterekord in
der Lüneburger Heide bei Celle fiel, nur hatten wir damals Stroh und in
Anbetracht der Brandgefahr statt offenem Feuer Öfen, soll heißen, ich
nehme meine Probleme ernst und auch als potentielles Problem für andere
wahr -was mir von Euch zum fraglichen Zeitpunkt fehlte, im Nachhinein
ist es dann merkwürdig von den 3 Matrazen zu hören (aber danke für das
Angebot).
Was die "anvertrautes Kind" -Problematik betrifft, hast Du recht, aber
nur, weil Du es eben überzogen darstellst. Denn es ist eben etwas
anderes, ob jemand über 30 in Anbetracht widriger Verhältnisse, wie
andere vorher bereits, sein Lager abbricht und dabei überlegt, ob es Sinn
macht, eine EsistscheußlichhierwirhabenkeinenBockmehr-Lawine
loszutreten, oder ob dasselbe von wilden 13jährigen geschieht. Womit wir
dann dankbarerweise wieder bei den pädagogischen Fragestellungen sind,
nämlich wie damit umzugehen sei: Ich halte das nämlich für eine reale
Gefahr, die, wie mir meine eigenen Erfahrungen mit 16 zeigen, auch unter
Aufsicht, also nicht erst, wenn jemand aus der Reihe tanzt, besteht! So
einfach kann man es sich eben nicht machen. Kann man es sich zumuten,
nachts mit wildfremden Jugendlichen in kalter Flußnähe zu zelten ..., oder
wird man bei dem Gedanken daran schon verhaftet und wenn nicht, was
dann ... ? Es bleibt da so ein Unsicherheitsmoment. Und was die fehlende
Kommunikation anbelangt, hatten wir nichts abgesprochen, daß, wenn einer
sich schlafen legt, er sich formell abmeldet. Das war nämlich bei mir
erst so, bis ich dann von den ersten Aufbrechenden geweckt wurde und
dann schon mitkriegte, daß meine Gruppe da nach mir suchte, -aber da ich
im Halbschlaf und genau da war, wo ich hingehörte und wieder einschlafen
wollte, hatte ich überhaupt keinen Bock, mich dadrum zu kümmern. Und da
bin ich dann bei meinem zweiten Problem, daß da unabgesprochen
irgendwelche Gruppenzwänge konstituiert werden und Rechtfertigungsdrücke
ausgeübt werden. Es war explizit mit Jeff abgesprochen, daß genau das
NICHT getan wird, und damit hat sich das Thema für mich erledigt. Punkt.
Was die Drogenproblematik anbelangt, fällt man da leicht in die berühmt
Bigotterie. Drogen sind scheiße, aber mein abendliches Bierkästchen kann's
ja wohl nicht sein. Drogen als anthropologische Konstante: Ich denke
eher, daß sich, wenn so ein Lager für die Einzelnen gut läuft, hinreichend
Herausforderungen bietet und die vielfältigen Bedürfnisse (incl.
metaphysischer oder überindividueller Art) befriedigt werden, das gar
kein Problem mehr ist. Wie war das "es gibt kein richtiges Leben im
Falschen" oder so, das gilt, wie ich gesehen habe, eben auch für die
Pfadfinder.
Achja, ums nochmal zu sagen: Gut und schlecht konstituiert sich längs
persönlicher Interessenlagen: Der Bauer ist vielleicht dankbar, das ich
seinen Ackerrand entwässert habe, um unseren Holzholeweg zu verbessern. Der
Naturdarfnichtverändertwerden-Fetischist sicher nicht usw., weshalb ich
da gezögert habe.
Achja: Ich bin kein "Konsument" sondern als lernender Mitkonstituent
eines Lern-Lehrverhältnisses und sehe Dinge auf meine Weise, bin aber
außerordentlich dankbar für Deine anregende Kritik.
Was hälst Du davon, diese Diskussion den anderen zur Diskussion zu
stellen?
Gruß: Eike
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O.k., die Fürsorge gegenüber den 'Zivilisationsvergnügten' in der praktischen
Umsetzung - da hätten wir uns durchaus dann noch optimieren können, aber gegenseitige Kommunikation ist dennoch unerläßlich.
Es kommt z.B. immer wieder vor, dass nachts der Reißverschluß am Schlafsack klemmt. Das kann der Gruppenleiter nicht einzeln alles im Blick haben. Da ist dann Rückmeldung erforderlich, ansonsten friert die Person erheblich.
Und natürlich ist es etwas anderes, wenn ein ü30er den Platz mit eigenem Auto ohne Abmeldung verläßt. Dennoch sollte mindestens einer der Verbleibenden den Überblick behalten. Man weiß vorher nie, wofür das gut ist. Vielleicht hatte jemand darauf spekuliert, mit Dir am nächsten Tag zurück zu fahren? Die Feinabstimmung, die Du beim Bettenlager vermißt hast, würde auch in diesem Bereich hilfreich sein.
Die Frage der grundsätzlichen Zumutbarkeit mußte bei diesem Treffen jeder für sich selbst beantworten. Auf Fahrt und Lager habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, das ein bestimmter Anteil der Gruppe bei Widrigkeiten sofort zum Handy greift und sich von den Eltern auch mitten in der Nacht abholen läßt. Die 'Belastbarkeit', sich in eine 'subjektiv feindliche' Umgebung einzufügen, nimmt stark ab.
Es ist dann einfach zu akzeptieren, dass z.B. nicht jeder mehr den 'Ruf der Wildnis' in sich aufnehmen möchte.
Aus meiner persönlichen Perspektive hilft es aber der Charakterbildung und dem Selbstvertrauen ungemein, wenn man sich gelegentlich auch mal 'durchbeißt' und seine eigenen
'Bequemlichkeitsgrenzen' hinterfragt und vielleicht auch überwindet.
Aber zwingen würde ich niemanden zum Durchhalten, der Ehrgeiz muß sich selbst entwickeln.
Was bei Dir nun aber als Gruppenzwang ankam, war aus Sicht der 'Zwangausüber' vielleicht nur der einfache Wunsch, etwas mit Dir zu erleben. Der Gruppenname 'Missing Eike' spricht da ja für sich (und Dich), oder?
Gruß
Olli
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... missing in aktion: Die Speckflagge!

Vermutlich war es Jeff schon gleich klar gewesen, dass die Bremer Speckflagge
an dieser Stelle die Nacht nicht überdauern würde ... und tatsächlich: Am nächsten Morgen war sie weg!

Das Fahrrad wurde zumindest dann nach stundenlanger Suche wieder aufgefunden.
Es gab also doch Verrückte, die uns bei -7°C zwischen 3 und 5 Uhr morgens einen Besuch abgestattet hatten. Und diese Beschreibung grenzt den 'Täterkreis' schon erheblich ein ... Alles weitere wird sich nun in zähen Verhandlungen ergeben. Das Angebot von drei Tafeln Nußschokolade wurde bereits abgelehnt ... die Gespräche scheinen festgefahren ...